Geschichte

Kurze Geschichte des Schanzhauses

Seit den achtziger Jahren des 19. bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte das Steinbruchgewerbe in Wassen grosse Bedeutung. Insgesamt erhielten in Wassen zwischen 1883 und 1944 elf Firmen von der Korporation Uri die Konzession zum Granitabbau. 1972 wurde mangels Rentabilität der letzte Steinbruch stillgelegt.

1913
Die Firma Regli&Loretz eröffnet auf dem Breitenwasen (Bedeutung: ebene Wiese), wo heute das Schanzhaus steht, einen Steinbruch. Der Name Schanzhaus basiert auf den nahe gelegenen Befestigungsanlagen im Meiental aus dem Jahr 1710.

Der zum Aaremassiv gehörende Granit wird an Ort und Stelle zugehauen, beispielweise zu Rand- oder Mühlesteinen, die mit Pferd und Wagen ins Dorf zur Bahn geführt. Auch die Treppe des Bundesgerichts in Lausanne, ein Brunnen in der Hauptstadt Manilas und ein Freiheitsdenkmal auf den Philippinen stammen aus dem Steinbruch Breitenwasen.

1914
Josef Regli baut das Schanzhaus als Arbeiterunterkunft (untere zwei Stöcke) resp. als Wohnung für sich (obere beiden Stöcke). Als Baumaterial werden behauene Steine verwendet, die ursprünglich für eine Staumauer in Deutschland bestimmt waren. Als der 1. Weltkrieg ausbrach, wurde dieser Auftrag jedoch storniert.

1928
Anlässlich einer Primiz eines Verwandten der Familien Regli und Loretz wird die Grotte eingeweiht. Unter den Gästen ist u.a. Bundesrat Etter.

Ca. 1934
Ein deutscher Hosenfabrikant nutzt das Schanzhaus während ca. 2 Jahren als Hosenfabrik. Diese Episode endet jäh, als er mit der Kasse das Weite sucht.

1939
Julius Regli, der älteste Sohn von Josef Regli, übernimmt das Haus und wohnt mit seiner Familie bis 1975 hier.

1939-45
Das Haus ist vom Militär requiriert. Drei Chemiker und mehrere hundert weisse Mäuse bewohnen das Haus. Die Chemiker experimentieren mit Giftstoffen. Daneben sind Soldaten, später auch polnische und russische Internierte im Hause untergebracht. Die Internierten helfen beim Bau der Sustenstrasse mit.

1946-49
Ca. 60 Arbeiter der Firma Fietz&Leuthold wohnen im Haus und bauen einen Wasserstollen vom Meiental in den Pfaffensprung.

1979
Das Haus wird von den Nachkommen des Julius Regli zum Lagerhaus umgebaut.

Kurze Geschichte der Schanz-Befestigungen

MeienschanzSeit dem 15. August 1999 steht eine Gedenktafel bei den Schanzbefestigungen. Darauf ist folgender Text eingraviert: Gedenkstätte Meienschanz.

Der Sustenpass war in früheren Jahrhunderten ein strategisch bedeutsamer Alpenübergang. Die Urner befürcheten mehrmals den Einfall fremder Truppen über den Susten. Um einen solchen Angriff wirksam abwehren zu können, errichteten sie im Meiental an verschiedenen Orten Befestigungsanlagen. Bereits 1618 bauten sie hier an der Meienschanz eine Festung, die 1683 erneuert wurde.

1710 beauftragte die Urner Regierung Pietro Morettini, ein Projekt für eine neue Schanze auszuarbeiten. Pietro Morettini stammte aus dem Maggiatal und hatte beim bekannten französischen Festungsbaumeister Sébastian Vauban das Handwerk gelernt. 1707/1708 wurde unter seiner Leitung auch der erste Tunnel an der Gotthardstrecke, das Urnerloch, gebaut.

Die Meienschanze bewährte sich bereits 1712 im Zweiten Villmerger Krieg. Denn hier vermochten die Urner, die bereits über den Sustenpass eingedrungenen Berner zurückzuweisen.

Seine wichtigste Rolle spielte das Bollwerk in den Kämpfen von 1799 zwischen den Franzosen und Österreichern. Am 15. August 1799 fand hier eine Schlacht statt, bei der zirka 200 Franzosen und Österreicher den Tod fanden. Nach dem Gefecht zerstörten die Franzosen die Festung fast vollständig. Die in unmittelbarer Nähe gelegene St. Niklausen-Kapelle wurde dem Erdboden gleichgemacht.